
Micky-Maus-Klub
Der Micky-Maus-Klub - kurz MMK - wurde 1956 von Ehapa gegründet, nachdem bereits einzelne Klubs aus privater Initiative entstanden waren. Damit einher ging die Einführung der Gutscheine, die gegen Klub-Artikel eingetauscht werden konnten.- Content is not yet translated - Vorwort
Der MMK wurde vor 70 Jahren gegründet. Die meisten Klub-Artikel erschienen vor meiner Geburt. Wenn ich auch viel an Material und Belegen gefunden habe, so kann ich doch oftmals nur mutmaßen. Wer mit Ergänzungen oder Korrekturen helfen kann, ist eingeladen, sich bei mir zu melden. So ist Seite 42 einst entstanden: als Gemeinschaftsprojekt und ein Beispiel für die positive Seite des Internets, die es zu bewahren gilt.
Euer Claudio
Ausweise
Der erste Klub-Artikel war der Klub-Ausweis für fünf Gutscheine. Neben Namen und Anschrift wurden auch Geburtstag und Geburtsort eingetragen. Form und Inhalt änderten sich über die Jahre bis hin zur Plastikkarte.1956 - der erste Ausweis
Der Micky-Maus-Klub wurde in Heft 1/1956 bekannt gemacht. Gleichzeitig erschien auch der erste Gutschein. Die Gutscheine konnte man auch einzeln(!) an den Verlag schicken, der darüber Buch führte. Hatte man fünf gesammelt, erhielt man den Klub-Ausweis.Details:
- Die erste Beispiel-Abbildung zeigt noch einen eckigen Ausweis. Ausgegeben wurde vermutlich von Beginn an die abgerundete Version.
- Findige Leser hatten umgehend die Mitgliedskarte bestellt, obwohl noch gar nicht so viele Gutscheine existierten. Der Verlag unterstützte dieses Verhalten ausdrücklich, forderte aber niemals dazu auf, das Heft mehrfach zu kaufen, sondern sich die Gutscheine bei Klubkameraden zu borgen.
1958 - Doppel-Karte
"Klubausweise jetzt doppelt so groß", lautet der Titel der MMK-Nachrichten aus Heft 33. In Heft 37 folgt dann auch eine (verkleinerte) Abbildung. Die Ecken sind jetzt kantig, die Rückseite ist blanko und dient als Schutz für die nach innen gefaltete Beschriftung. Auf der linken Seite befinden sich ein Auszug aus der Klub-Satzung und Infos zu Gutscheinen.ab 1961 - dreiteiliger Bogen
Dieser Ausweis besteht aus der Mitgliedskarte, einer Abo-Karte sowie zusätzlichem Text dazwischen. Alle Bereiche sind mit einer Perforation versehen, an der sie abgetrennt werden können. Von der Zentrale wurde nur noch die Mitgliedsnummer vorab eingetragen.Info:
- Es gibt verschiedene Versionen, die sich z.B. am Preis für ein Abonnement unterscheiden lassen.
- Ich habe aber auch unterschiedliche Designs der Mitgliedskarte gefunden. Die Änderungen kamen vermutlich immer dann zustande, wenn der Vorrat aufgebraucht war und neue Ausweise gedruckt wurden.
- Zwischenzeitlich gab es - wie auch bei anderen Klub-Artikeln - Lieferpausen, weil der Vorrat erschöpft war.

gelb, Kopf oben

gelb, Kopf links

weiß, Kopf rechts
ca. 1978 - rosa Doppelkarte, gefaltet
In ungewohnter spät-70er-Pop-Optik präsentiert sich dieser Ausweis, der vermutlich um 1978 die 3-fach-Karte ablöste. Ein Abbildung befindet sich in der stilistisch ebenso gehaltenen Schnipp-Liste. Die Mitgliedsnummer wurde nicht mehr mit der Schreibmaschine eingetragen, sondern gestempelt. Dem Scherensymbol auf der Außenseite nach, sollte man die Klubsatzung offensichtlich abschneiden.ab 1981 - Plastikkarte
Der Klub wird modernisiert und bekommt ein neues Logo. Die Papierausweise werden durch eine Plastikkarte ersetzt.
Der Code-Teil kann über "verschlüsselte" Texte, die im Heft abgedruckt sind, gelegt werden, um diese zu entziffern. Eine Mitgliedsnummer wird nicht mehr vergeben. Hinter Mickys
transparentem Gesicht kann ein Passfoto angebracht werden.
Zusatzinfos:
- Auch im neuen Klub sind die Bildfolgen sind noch vorrätig, werden aber offiziell durch die neuen MMK-Aufkleber ersetzt.
- Ebenfalls neu sind die Mitmach-Poster.
- Die letzte Schnipp-Liste erscheint.
1986 - Detektivausweis
Der Detektivausweis nutzt noch einmal die bekannte Decodierfunktion für ein mehrteiliges Gewinnspiel. Er besteht aus dünnerem Material als sein Vorgänger. Wer ihn verpasst hatte, konnte ihn kostenlos beim Verlag anfordern (die Schnipps waren bereits seit zwei Jahren abgeschafft).Mitglieder
Der Verlag legte großen Wert auf ein untadeliges Auftreten und die Hilfsbereitschaft der Mitglieder, denn im damaligen Zeitgeist wurden Comic-Hefte meist als Schund betrachtet. In Anzeigen, die sich an die Eltern richteten, wurde stets auf "moralisch saubere Geschichten", "gute Texte" und "einwandfreie Bilder" hingewiesen, für die Walt Disney bürge.Legendär waren die Kummerkästen ("Schmeißt den Kummer in den Kasten"), welche viele Klubs anbrachten, um an Aufträge für gute Taten zu kommen. Ich vermute, es war von Vorteil, dass das Heft "Micky Maus" heißt und nicht nach Donald Duck benannt wurde (wie in den meisten anderen Ländern), da Micky im Vergleich zu Donald als Saubermann gilt.
Infos:
- Die Klubmitglieder wurden "Micky-Mäuse" genannt. In einer Leser-Abstimmung 1957 setzte sich diese Bezeichnung gegen die "Mausketiere" - wie man sie aus dem amerikanischen Mickey-Mouse-Club kannte - durch.
- Nach sechs Jahren waren bereits 400.000 Mitglieder verzeichnet! Ende der 70er Jahre über 560.000.
- Ehapa betrieb einen immensen Aufwand, um alle Mitglieder in einer Kartei zu verwalten.
- Jeder einzelne Ausweis wurde mit der Schreibmaschine ausgefüllt. Bei Umzug wurde die Adresse in der Kartei angepasst.
- In der Anfangszeit wurde im Verlag darüber Buch geführt, wie viele Gutscheine ein Leser eingesandt hatte und welcher Artikel beim Einlösen an der Reihe war.
- Zwischenzeitlich musste sich die Zentrale umorganisieren, um die Flut an Mitgliedsanträgen zu bewältigen.
- Ab dem dreiteiligen Ausweis ging man dazu über, nur noch die Mitgliedsnummer einzutragen, die restlichen Daten füllten die Leser selbst aus.
- 28 Jahre nach Gründung wurden die Schnipps 1984 schließlich wegen mangeldem Interesse eingestellt und der Klub nicht mehr weitergeführt.

MMK-Mitglieder der frühen Jahre
Auch interessant:
- In Heft 17/1958 bittet der Verlag, vorerst keine Ausweise zu bestellen, da die Zentrale durch das Aufkommen der Bildfolgen überlastet ist.
- Mit Heft 33/1958 wird die getrennte Bestellung zwischen Ausweisen (bei der Abteilung Anmeldung) und den restlichen Klub-Artikeln eingeführt, um die Anfragen zu kanalisieren.
Klub-Abzeichen
ab 1958 - Metall
Das Klub-Abzeichen aus Metall wurde in Heft 6/1956 angekündigt und kostete fünf Gutscheine. Man musste einen Klub-Ausweis besitzen, um es zu ordern. (Man hört auch von Mitgliedskarten mit einem kleinem Loch, weil die Nadel dort eingesteckt war, wenn beides zusammen bestellt wurde.) Zwischenzeitlich wurden 10, dann 15 Gutscheine verlangt, spätestens ab 1976 waren es zehn Schnipps.In einem frühen Begleitbrief zum Erhalt der Nadel findet sich der folgende Wortlaut:
"Anbei schicke ich Dir für Deine Gutscheine die gewünschte MMK-Anstecknadel und hoffe, daß sie Dir gefällt. Wenn Du das Abzeichen an Deinen Pullover steckst, dann vergiß nicht, es wieder abzunehmen, bevor Deine Mutter den Pullover wäscht. Der glänzende Lack wird sonst vom Waschmittel aufgelöst."
Infos:
- Auf dem Foto habe ich drei Varianten in Originalgröße (bei 300 DPI) abgebildet:
- Die lange Nadel mit großem Kopf und rotem Mund
- den großen Kopf
- den kleineren Kopf mit schwarzem Mund
- Es gibt noch mehr Farbvarianten, z.B. den Kopf in schwarz oder in "gold".
- Die zeitliche Einordnung fällt mir schwer. Fast könnte man denken, die Anstecknadeln seien alle parallel verfügbar gewesen. Ich vermute, die lange Nadel war vielleicht die erste. In Heft 26/1956 (zehn Monate nach Ankündigung) ist der kleine Kopf abgebildet.
- Fest steht: Die Abzeichen wurden über die Jahre mehrmals nachproduziert.
ab 1978 - Plastik
Die Anstecknadel besteht jetzt aus Kunststoff und ist mit gut 5 cm Durchmesser deutlich größer als die alten Anstecker. Für das Abzeichen, das der amerikanischen Version nachempfunden ist, werden 10 Schnipps verlangt. Der weiße Innenkreis ist reliefartig vertieft, der Rand abgeschrägt.
Mickey-Mouse-Club
Anstecker
Fahrradwimpel
ab 1956
Als dritter Klub-Artikel wird in Heft 10/1956 der Fahrradwimpel bekanntgegeben. Es gab ihn (wie auch die Klubfahne) bis zum Ende des neuen MMK. Der Preis stieg dabei von anfangs fünf bis auf 30 Gutscheine und endete bei 20 Schnipps. Der Wimpel ist bekannt mit einer Umrandung aus Stoff oder aus Seil (jeweils in schmaler oder dickerer Ausführung) sowie als Papierversion in einer Kunststoffumhüllung.
Stoffwimpel,
breiterer Rand

Papierwimpel
in Plastikhülle
- In Heft 31/1972 gab es als Beilage einen leicht größeren "Ferienwimpel" zum Basteln, der aber anders gestaltet ist als die Klubversion.
Fahrtentuch
1956 bis 1960
Das MMK-Fahrtentuch ist ein ca. 45x45 cm großes Halstuch, das vierfarbig bedruckt ist. Es kostete zehn Gutscheine und wurde in Heft 16/1956 angekündigt. Die ersten 5000 Stück wurden bald darauf versandt. Die Tücher waren bis 1960 erhältlich, dann war der Vorrat erschöpft und sie wurden auch nicht mehr hergestellt. (Als Ersatz wurde das neu geschaffene Ärmelwappen geliefert.)Zusatzinfo:
- Wie man hört, bekam das Waschen den Farben nicht so gut, auch wenn der Verlag etwas anderes sagte.
- Ein Leser hatte sich sogar ein Kissen aus dem Tuch genäht.
Hinweis:
Gedanken:
- Beim Fahrtentuch musste ich - seiner Größe wegen - alle vier Ecken getrennt einscannen und anschließend zusammenfügen.
Gedanken:
- In Heft 15/1958 lag einem Teil der Auflage ein Werbezettel der Vereinigten Seidenweberei AG in Krefeld bei. Darin heißt es, nur diese Firma sei berechtigt, Schals und Krawatten mit Disney-Motiven in Deutschland herzustellen. Also auch das Fahrtentuch? Gute Frage...
- Ich finde, für Donalds Schnabel wäre die rote Farbe die bessere Wahl gewesen, statt ihn (mangels Orange) weiß zu lassen:

MMK-Fahne
ab 1957
Der Klubwimpel - später Fahne genannt, wohl zur besseren Unterscheidung - ist 50 cm lang. Die Fahne war, wie der Fahrradwimpel, bis zum Ende des MMK erhältlich. Zuerst wurden 100 Gutscheine dafür verlangt, später nur noch 50. Die Intention war, dass die Klub-Mitglieder ihre Gutscheine gemeinsam für die Fahne einsetzten. In der Anfangszeit wurde deshalb nur eine Fahne je Klub abgegeben.Infos:
- Es gibt Fahnen mit Schlaufen, aber auch mit Metallringen.
- Viele tragen ein Hersteller-Signet, es gibt sie aber auch ohne.
Kurios:
- Die Abbildung in der Schnipp-Liste 1981 zeigt einfach den vergrößerten und um 90 Grad gedrehten Fahrradwimpel anstatt der Fahne.
MMK-Taschenbuch
Nach der Fahne, die nur klubweise vergeben wurde, sollte das Taschenbuch auch denjenigen Mitgliedern zugute kommen, die keinem örtlichen Klub angehörten. Es wurde in Heft 24 vorangekündigt und konnte nach Bekanntgabe in Heft 27 für 25 Gutscheine bestellt werden.Link:
- Zusätzliche Informationen zu den Inhalten der Taschenbücher findet ihr in der →Duckipedia.
1957 - gelbes Taschenbuch
Die erste Ausgabe des Klub-Taschenbuchs hat - inklusive Umschlag - 68 Seiten, davon 17 Seiten mit Werbung. Auf der ersten Seite kann man seine Daten eintragen und ein Foto einkleben.Grübel, grübel:
- In der Ankündigung steht, dass jeweils ein Kalenderblatt für die Jahre 1958, 1959 und 1960 vorhanden sei. In meinem Exemplar suche ich diese allerdings vergeblich. Wurde der Inhalt vielleicht noch kurz vor Druck geändert?
1959 - blaues Taschenbuch
Das blaue Klub-Taschenbuch hat insgesamt 76 Seiten, davon 23 Seiten Werbung. Die Seite für die persönlichen Eintragungen ist identisch mit der aus dem gelben Taschenbuch.Hinweis:
- Die Seite "Einladung zur Cocktail-Party" werte ich als getarnte Werbung, weil in den Rezepten mehrmals auf eine Marken-Cola hingewiesen wird.
1961 - rotes Taschenbuch
Dieses Taschenbuch hat 76 Seiten wie sein Vorgänger, davon 22 Seiten Werbung. Die Seite für die persönlichen Daten entfällt in dieser Ausgabe.1963 - grünes Taschenbuch
Das grüne Klub-Taschenbuch hat 76 Seiten. Die Seite für die persönlichen Daten ist wieder vorhanden. Am Seitenende befindet sich der Hinweis: "MMK-Taschenbuch, 4. Auflage"1967 - oranges Taschenbuch
Für das orange Klub-Taschenbuch wurde die Seite mit den persönlichen Eintragungen verändert. Am Seitenende ist nun Platz, um die Daten der Schulferien einzutragen. Es hat 68 Seiten, davon sind nur fünf Seiten Werbung (wovon zwei auf Ehapa selbst entfallen).Ärmelwappen
ab 1960
Das Ärmelwappen erschien 1960 für 20 Gutscheine und wurde später auf 10 Schnipps gesenkt. Wer kein Fahrtentuch mehr bekam, erhielt das neu geschaffene Wappen als Ersatz. In der Schnipp-Liste 1978 ist es noch aufgeführt, 1981 dann nicht mehr.Info:
- Es existieren verschiedene Ausführungen zum Aufnähen, die mindestens bis 1978 erhältlich waren.
- Es gibt auch eine Version zum Aufbügeln. Auf der Rückseite befindet sich ein dünnes Papier, dass leicht abgezogen werden kann. Über den Zeitraum dieses Wappens ist mir nichts bekannt.
- Das Wappen soll es auch als Aufkleber geben. Darüber habe ich bisher nichts heraufinden können.








































































